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Treppenlaufen

Stufe für Stufe, Stockwerk für Stockwerk, geht es beim Treppenlaufen dem Ziel und Himmel entgegen. Die Gefühle steigen mit jedem Stockwerk weiter an. Vorfreude auf den Zieleinlauf, das Kribbeln im Körper und meist auch das Brennen in den Beinen. Bei mir besonders in den Oberschenkeln.
Treppenlaufen ist etwas für Menschen, die den Aufstieg lieben. Es ist der direkte Weg zum Himmel. Ich überwinde meist mehr als 45 Grad Steigung, um meinen Körper in Windeseile auf die Dächer der Wolkenkratzer zu bringen.
Das Gefühl dort ist dann einfach nur unbeschreiblich. Hoch oben über den Weltmetropolen mit vibrierenden Oberschenkeln. Glück und Erschöpfung als Cocktail in den Adern. Das Gefühl ist es, was ich schon bei so vielen Treppenläufen erleben durfte und bei den über 40 Siegen war es noch ein bisschen intensiver.
Dafür trainiere ich seit 2003 auf Treppen. Zuerst mehr oder weniger illegal auf Nottreppen, seit 2004 mit Ausnahmegenehmigung der Landesbank Hessen Thüringen in deren Hauptsitz, dem Maintower in Frankfurt. 1029 Stufen verteilt auf 56 Etagen sind womöglich die beste Trainingsstrecke, die es gibt, um die Treppenhäuser der Wolkenkratzer auf dieser Welt möglichst schnell nach oben jagen zu können.
Während der Maintower je ein Podest pro Stockwerk hat und jeweils 16 Stufen pro Stockwerk, ist das bei anderen Treppenläufen immer anders. Ob der Dreiecksgrundriss des Treppenhauses des Messeturms, der nur wenige hundert Meter entfernt auch in Frankfurt steht. Oder das Treppenhaus des Taipei 101, dem ehemals höchsten Gebäude, mittlerweile Nummer zwei im weltweiten Ranking der Turmgiganten. Dort gibt es anstatt eines flachen Podests weitere zwei Stufen... Dazu haben die Stufen ab dem achten Stockwerk eine Höhe, dass man das Gefühl hat, man muss die Treppen hoch springen. Eine Steigung die wirklich außergewöhnlich ist und die ich niemals vergessen werde. Genauso wenig wie meinen Rekordlauf in 10:54min, als ich 390 Meter über Taipei finishte und das gesamte Rennen durchlaufen konnte.
Was woanders normal ist, macht in Taipei der Anspruch des Architekten, möglichst  direkt in den Himmel das Treppenhaus auszurichten, um so mehr Platz für  die Büroetagen zu haben, zu einem Unterfangen der Superlative.
Denn normal nehme ich immer zwei Stufen pro Schritt und renne, wenn ich auf den Stufen stehe, mit 3-4 Stufen pro Sekunde dem Ziel entgegen. Der Puls nähert sich vom Start weg immer mehr dem Maximalpuls und ist schon nach einer Minute im intensiven Bereich. Denn die Leistung, die ich vom Start an abrufe, ist nahe am Sprint. Es fühlt sich an wie ein 1500m Lauf, nur dauern die großen Treppenläufe doppelt bis dreimal so lange. Das macht den Reiz aus, das ist die Herausforderung, die ich schon bei so vielen Treppenläufen am besten meistern konnte. Das sind Erlebnisse, an die ich so gerne denke und das sind Erlebnisse, von denen ich nicht genug haben kann. Und deshalb freue ich mich schon auf meinen nächsten Treppenlauf. Wenn ich wieder Stufe für Stufe, Stockwerk für Stockwerk dem Himmel entgegen renne.

Trainingstipps:

Was wird trainiert?

Treppenlaufen ist ein ideales Training für die Kraftausdauer. Zusätzlich wird die Koordination intensiv geschult.

 
Wie wird trainiert?

Am besten einmal die Woche in den Trainingsplan integrieren. Nach dem Einlaufen sich eine geeignete Treppe suchen, die eine gewisse Herausforderung darstellt. Dies können Stufen durch die Weinberge, andere Naturstufen oder Treppenhäuser von mehrstöckigen Häusern sein. Sollten die Stufen nicht baugleich sein, so trainiert das zusätzlich die Koordination. Zu Beginn eine Stufe pro Schritt und wenn das gut geht, zwei Stufen pro Schritt nehmen.

Die Intervalldauer kann von 20 Sekunden bis 5 Minuten dauern.
Die Anzahl der Intervalle kann dann zwischen 2 und 20 variieren.
Wichtig dabei ist, dass die Pause entsprechend dem Trainingsziel angepasst wird. D.h. je schneller und intensiver das Intervall, desto länger die Pause.

 

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