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Weltmeisterschaften im Rückwärtslaufen 2018 in Bologna/ITA

Gut sechs Wochen nach meinem Weltrekord am 23. Mai bei der REWE Team Challange über 5 Kilometer hat sich mein Körper noch mehr ans Rückwärtslaufen adaptiert. Das ist gut, denn am kommenden Wochenende finden die Weltmeisterschaften der Rückwärtsläufer im italienischen Bologna statt und ich planen über 3000 und 5000m zu starten. 
 
Seit 2006 werden Weltmeisterschaften im Rückwärtslaufen im zwei Jahres Rhythmus ausgetragen. Weltrekordrennen sind das eine. Eine WM ist aber immer etwas ganz besonders. Im Rennen Mann gegen Mann, mit hunderten anderen Athleten die gegen die Blickrichtung laufen, zusammen ein Sportevent zu erleben, ist etwas besonderes. Besonders auch, weil seit einigen Jahren andere deutsche Athleten ganz vorne mitmischen.
Einer der bei der letzten WM 2016 in Deutschland Top Leistung zeigte ist der aus Münster stammende Achim Aretz. Dessen Weltkord über 10km hatte Dold vor einigen Jahren um einige Sekunden auf 39:20min verbessert. Bei der letzten WM 2016 in Essen war auch der Amerikaner Aaron Yordan in guter Form, besonders, weil es seine ersten Titelkämpfe waren und wurde Weltmeister über 800m und 1500m. Beide werden auch in Italien dabei sein und sicher wieder in Top-Form. 
Nach meinem 5 Kilometer Weltrekord im Mai in 19:07min musste ich einige Tage das Training herunterschrauben und mich, besonders Bänder, Sehen und die Beinmuskulatur erholen. Ein Weltrekord Rennen fordert den Körper gewaltig. Im Training danach konnte ich methodisch auf die Grundlagen des schon absolvierten Trainings in diesem Jahr sehr gut aufbauen. Und gleichzeitig Umfang und Intensität steigern. 
Konkret bedeutete dies ein längere Rückwärtslauf pro Woche. Das war in der Spitze mit über 10km fordernd, den ich mache auch die langen Läufe nicht wirklich langsam, sondern laufe grundsätzlich unter zügig in 4:30 bis 5:00min pro Kilometer. Oft lief ich die letzten 1000m im Stadion um dort noch einen Temporeiz zu setzten und spulte die letzten Meter z.B. vorige Woche in 3:36min ab. Das kribbelt länger als man rennt. 
In der zweiten schnellen Einheit unter der Woche habe ich Intervalle zwischen 200m und 2km gemacht. Dabei war die Geschwindigkeit grundsätzlich unter 4:00min/km in den Intervallen, um die Wettkampfspezifik zu üben. Gerade für einen letzten schnellen KM oder einen Schlusspunkt benötigt man Geschwindigkeit und deshalb habe ich auch 200er eingestreut. Nach 34-36 Sekunden stoppte die Uhr und die Oberschenkel, Waden und die Rückenmuskulatur war aufs Maximum belastet.
Was das Training wert sein wird, zeigt sich am Freitag und Samstag, den 13+14. Juli im italienischen Bologna. Dann werden Aaron und Achim und viele andere Athleten aus ca. 15 Nationen mir alles abverlangen. Mich hoffentlich bis an die Grenzen und vielleicht auch etwas darüber hinaus meiner Belastbarkeit bringen. Ich freue mich auf den Wettkampf. Mann gegen Mann, im Stadion und gegen die Laufrichtung. Es ist Retro WM und ich fühle es schon von Kopf bis Fuß. Vorfreude. 
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