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2.Platz beim Treppenlauf in London

Nach über zwei Jahren bin ich wieder bei einem internationalen Treppenlauf gestartet. 182 Meter ging es den Tower42 in London hoch. Lediglich der Pole Piotr Lobodzinski (3:59min) bewältigte die Stufen schneller als ich. In 4:13min blieb ich 5s vor dem Drittplatzierten Italiener Fabio Ruga.

Die letzten beiden internationalen Treppenläufe bin ich im September 2014 in Chongqing (China) gelaufen, den ich damals mit neuem Streckenrekord gewann. Und ein Monat später noch ein zweiter Platz in Sao Paulo (Brasilien). Das Jahr 2015 und 2016 hatte andere Schwerpunkte. Zum einen legte ich meinen Fokus aufs Rückwärtslaufen und zum anderen rückte die Olympiaqualifikation von Anna und Lisa Hahner vor meine eigenen sportlichen Ambitionen. Der 10km Rückwärtslaufrekord in 2015 in 39:20min und der 10.000m Rückwärtslaufrekord ein Jahr später in 38:50,01min ließen mich meine weiteren sportlichen Ziele entspannt angehen.
In den heimischen Weinbergen zieht sich zwischen den Reben eine schmale ungleichmäßige Treppe, die ich in den letzten Wochen öfters hochgelaufen bin. Das Kribbeln in den Beinen, wenn man oben angekommen ist, ist mir sehr bekannt und hat in mir die Idee entfacht, mal wieder bei einem internationalen Treppenlauf zu starten. Also habe ich mich entschlossen, in London zu starten und bin gezielter die Stufen am Weinberg hochgelaufen. Immer wenn die Stoppuhr auf der letzten Stufe noch unter zwei Minuten anzeigt, war es ein guter Lauf.

Jedoch nur, wenn das mehrmals so war. Neben dem Training am Weinberg bin ich zwei Mal nach Frankfurt in mein geliebtes Trainingsgebäude, den Maintower gefahren. Dort konnte ich in kurzer Hose, im links drehenden Treppenhaus den Feinschliff für die Londoner Treppe legen. Denn im Weinberg gibt es kein Geländer und auch keine Podeste und Wenden. Das ist bei der Lauftechnik jedoch mit entscheidend und somit ein wichtiges Trainingselement.
Das Gefühl nach 2,5 Jahren Abstinenz wieder ein Gebäude erklommen zu haben, war in jeglicher Hinsicht intensiv. 942 Stufen bis an die Belastungsgrenze und vielleicht auch ein bisschen darüber hinaus. Aus meinen glasigen Augen blitzte im Ziel auch ein Funken Zufriedenheit. Die Belastung im Treppenhaus ist einzigartig und besonders.
Ob ich im laufenden Jahr noch an weiteren Treppenläufen teilnehmen werde? Das habe ich noch nicht entschieden. Im Weinberg zu rennen macht mir richtig Freude. Es ist schnell, intensiv und es kribbelt länger als man rennt. Das mag ich richtig. Und wer weiß, wann sich das ganz bestimmte Kribbeln wieder bemerkbar macht. Bis dahin geht’s am Weinberg immer weiter hoch und wieder hoch und nochmal hoch...

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